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Expositorisches Essay

Expositorische Texte begegnen uns besonders im Umfeld der Bildung und Wissenschaften in den verschiedensten Formen und zu unterschiedlichen thematischen Gegenständen. Allgemein lässt sich festhalten, dass expositorische Texte darauf ausgerichtet sind, einen Sachverhalt bzw. inhaltlichen Gegenstand möglichst klar und nachvollziehbar darzustellen. Hier geht es nicht darum, ein bestimmtes Argument zu vertreten, wie dies beim argumentativen Text der Fall ist, oder gar eine Erzählung zu formulieren. Expositorische Texte sind sachlich und wertneutral gehalten und frei von fiktionalem Gehalt. Die meisten Schulbücher zu gesellschaftspolitischen und historischen Themen sind z. B. expositorisch: Sie sollen dem Schüler einen noch unbekannten Sachverhalt erläuternd darstellen, sodass dieser ihn in seinen Zusammenhängen begreifen kann. Dem expositorischen Text liegt also immer ein logischer Aufbau zugrunde.

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Literaturwissenschaftliches Proseminar

Dr. Björn Spiekermann


Der Essay. Theorie und Geschichte

Do, 11:15 - 12:45

PB SR 123

Beginn: 20.10.2016


Gegenstand

Als literarische ‚Gebrauchsform‘ (Belke) oder ‚expositorische‘ Gattung steht der Essay außerhalb der drei Großgattungen oder „Naturformen derPoesie\" (Goethe), nämlich Epik, Dramatik und Lyrik. Anders als bei vielen anderen expositorischen Formen ist jedoch im Essay die Tendenz zur literarisch-ästhetischen Durchformung unübersehbar. Das macht ihn seit jeher zu einem Sonderfall im literarischen oder literaturwissenschaftlichen Gattungskatalog. Der Essay hat deswegen eine Vielzahl von theoretischen Bestimmungsversuchen erfahren - auch in essayistischer Form.

Im Seminar sollen zunächst Gattungsmerkmale erarbeitet und die gängigsten Essaytheorien studiert werden. Grenzen und Übergänge zu verwandten Gattungen wie Brief, Traktat oder Predigt sollen an Beispielen veranschaulicht werden. Daran schließt sich ein geschichtlicher Durchgang, beginnend mit Auszügen aus den ebenso prägenden wie gegensätzlichen neuzeitlichen Mustern der Gattung, Montaignes ‚Essais‘ (1580-1587) und Francis Bacons ‚Essayes‘ (1597). Der Schwerpunkt wird jedoch auf der deutschsprachigen Essayistik des 18. bis 20. Jahrhunderts liegen. Anhand ausgewählter Beispiele von Winckelmann bis Gottfried Benn sollen Eigenarten, Funktionen und Variationen des Essays untersucht und gemeinsam diskutiert werden.

Organisationsform

Gemeinsame Lektüre und Diskussion. Die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit wird vorausgesetzt.

Einführende Literatur:

Neben den Artikeln 'Essay' bzw. 'Essayistik' in den gängigen Fachwörterbüchern (RLL, Killy, Fischer Literaturlexikon) eignen sich die folgenden Werke zur weiteren Beschäftigung:

Haas, Gerhard: Essay. Stuttgart 1969 (Sammlung Metzler, 83).

Hahne, Nina: Essayistik als Selbsttechnik. Wahrheitspraxis im Zeitalter der Aufklärung. Berlin/Boston 2015 (Hallesche Beiträge zur Europäischen Aufklärung, 53).

Jander, Simon: Die Poetisierung des Essays. Rudolf Kassner - Hugo von Hofmannsthal - Gottfried Benn. Heidelberg 2008 (Beiträge zur neueren Literaturgeschichte [Folge 3], 257).

Studiengänge und Module

Bachelor

BA B 2.1/a Proseminar NDL: Naturalismus bis Gegenwart 6 LP
BA B 2.2 Proseminar NDL: Humanismus bis Realismus/Poetologie/Literaturtheorie/Editionsphilologie (6 LP)
BA B 2.3 Proseminar NDL: Literaturgeschichte (6 LP)

Master

2. Neuere deutsche Literaturwissenschaft (Lit.)

MA Grundlagenmodul – Proseminar/Forschungswerkstatt/Übung Lit.: Literaturgeschichte (vom Humanismus bis zur Gegenwart) (6 LP)
MA Vertiefungsmodul – Proseminar/Forschungswerkstatt/Übung Lit.: Literaturgeschichte oder Poetologie oder Literaturtheorie oder Editionsphilologie (6 LP)
MA Kompaktmodul – Proseminar/Forschungswerkstatt/Übung Lit.: Literaturgeschichte (vom Humanismus bis zur Gegenwart) (6 LP)

Lehramt (neu)

A 2: Basismodul Proseminar Literaturwissenschaft: Naturalismus bis Gegenwart 6 LP
A 3/c: Vertiefungsmodul: Proseminar Neuere deutsche Literaturwissenschaft: Humanismus bis Realismus/Poetologie/Literaturtheorie/Editionsphilologie (6 LP)

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