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Zeitplan Dissertation Kunstgeschichte Tu

Die erste umfassende schriftliche Darstellung eines Forschungsvorhabens erfolgt nach der Orientierungs- und Planungsphase in Form eines Exposés. Es beschreibt in allgemeinverständlicher Weise alle wesentlichen Aspekte des künftigen Projekts hinsichtlich Forschungszusammenhang, Forschungsthema, Fragestellung, Methoden, Quellen und ggf. bereits geleistetete Vorarbeiten.

Es ist notwendig bzw. sinnvoll

  • für die Anmeldung von Forschungsarbeiten (Magister- und Masterarbeiten, Dissertationen)
  • für Stipendien- und Forschungsanträge
  • als Indikator für Machbarkeit und inhaltliche Konsistenz
  • als Gesprächsgrundlage
  • als Ausgangspunkt für die detailliertere Planung eines Forschungsvorhabens. 


Sowohl die Erarbeitung des Exposés, das oft zum ersten Mal eine klare Strukturierung der Forschungsidee erfordert, ist für den/die Forscher/in und den/die BetreuerIn von Nutzen, als auch das fixierte Ergebnis, das für die Dauer des Forschungszeitraums einen thematischen, methodischen und planungsmäßigen Anker bildet – unabhängig davon, wie weit man sich schließlich von ihm entfernt. Für Exposés gibt es keine einheitlichen Vorgaben. Im Fachgebiet Kunstgeschichte der Moderne sollen Exposés für Bachelorarbeiten einen Umfang von etwa einer Seite Text haben, für Magister- und Masterarbeiten von etwa 3 Seiten (Times 12 Punkt einzeilig), bei Dissertationen wird ein Umfang von etwa 10 Seiten erwartet. Das Exposé sollte folgenden Aufbau haben (für Promotionsstipendien gelten je nach Institution abweichende Vorgaben):

Abstract                                                                                                                                          Stark verkürzte, überblicksartige Darstellung von Forschungsbedarf, Fragestellung, Methode, erwartetem Ergebnis und Nutzen. 

Einleitung und Fragestellung
Kurzes Umreißen des Themengebiets mit schneller Fokussierung auf den zu untersuchenden Gegenstand. Hierzu können kunst- und kulturhistorische Aspekte oder eine Forschungstradition skizziert, ein bestehender theoretischer Hintergrund erhellt, eine allgemeine Lehrmeinung in Frage gestellt, eine Einordnung in Forschungsdisziplinen vorgenommen und ggf. ein persönliches Forschungsinteresse dargelegt werden. Die Einführung des Themengebiets sollte auf eine konkrete Fragestellung zugespitzt werden, gleichzeitig soll die Relevanz des Themas deutlich werden. 

Stand der Forschung
Überblick über bestehende Arbeiten im thematisch näheren Forschungsbereich. Der Autor bzw. die Autorin vermittelt hier zum einen seine Kenntnis der Materie und zeigt zum anderen Forschungsdefizite und ggf. Anknüpfungspunkte an bestehende Arbeiten auf. Daraus ergeben sich die Forschungsrelevanz, eine weitere thematische Eingrenzung sowie mögliche methodische Ansätze. 

Methode und Quellen
Die zur Beantwortung der oben skizzzierten Fragestellung eingesetzte Methode soll benannt und ihre Eignung kurz begründet werden. Dabei kann es sich um eine Quellenrecherche, eine qualitative oder quantitative Analyse, eine vergleichende Studie etc. handeln. Auch hier ist ein Hinweis auf methodische Fachliteratur und methodisch vergleichbare Untersuchungen angebracht. Sofern Quellenarbeit im Vordergrund steht, Beschreibung und Einschätzung der Quellenlage hinsichtlich Art, Umfang, zu erwartender Relevanz und Erschließbarkeit, evtl. auch in Form einer Tabelle oder einer Skizze. An dieser Stelle sollte auch auf bestehende Kontakte und Vereinbarungen (z.B. mit Archiven) hingewiesen werden. 

Vorarbeiten
Sofern bereits eigene Vorarbeiten geleistet wurden, die über die Untersuchungsplanung hinausgehen (z.B. umfangreiche Recherchen), sollten diese aufgeführt werden mit Hinweis auf konkrete Anknüpfungspunkte. 

Arbeits- und Zeitplan
Eine vorläufige Strukturierung des für das Projekt zur Verfügung stehenden Zeitraums in Form eines Arbeitsplans dokumentiert eine realistische Einschätzung von Ablauf, Struktur und Umfang der zu erwartenden Forschungsarbeit. Dabei empfiehlt sich ein Monatsraster. Innerhalb dieser Einheiten können mehrere kleine Arbeitsschritte aufgeführt werden. Je konkreter der Arbeits- und Zeitplan ist (z.B. durch die präzise Benennung von zu bearbeitenden Archivalien und Archiven), desto aussagekräftiger für eine Einschätzung der Realisierbarkeit.

Literatur
Verzeichnis der im Exposé verwendeten Literatur. Es sollte bereits die für die Untersuchung zentralen Publikationen enthalten, auch wenn im Laufe der Arbeit noch weitere Quellen und Referenzen erschlossen werden.

Hilfreiche Literatur:

Prochno, Renate (2008): Das Studium der Kunstgeschichte. Eine praxisbetonte Einführung. Berlin 1999, 3. überarb. Auflage Berlin: Akad.-Verl.

Kruse, Otto (2005). Keine Angst vor dem leeren Blatt: ohne Schreibblockaden durchs Studium. (Campus concret; 16). 11. Aufl. Frankfurt/Main, New York: Campus.

Karmasin, Matthias und Ribing, Rainer (2006). Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten. (UTB 2774), Wien: WUV Facultas

Mentoring

Wer?

Neben Ihrer Betreuungsperson wählen Sie eine/n Mentor/in, der/die Sie idealerweise die gesamte Dauer Ihrer Promotion begleitet. Diese Person kann, muss aber nicht Ihr/e Zweitgutachter/in sein. Wir empfehlen, eher eine Person zu wählen, die außerhalb Ihres Lehrstuhls steht, um mögliche Interessenskonflikte zu vermeiden. So kann es sich um ehemalige Vorgesetzte oder Kolleg/innen aus der Industrie handeln, um ein/e Mitarbeiter/in oder Professor/in eines anderen Lehrstuhls oder auch Personen aus dem Freundeskreis oder der Familie, etc. Um sich in Ihre Lage als Promovierende/r besser hineinversetzen zu können, sollte der/die Mentor/in in der Regel selbst promoviert haben.

Wieso?

Voraussetzung für die Wahl des Mentors/der Mentorin ist eine vertrauensvolle Beziehung. So sind die Aufgaben des/der Mentor/in anders gestaltet als die Ihrer Betreuungsperson. In erster Linie geht es um den persönlichen und professionellen Rat während Ihrer Promotion, um die Weitergabe von Erfahrungen und Hinweisen, der Netzwerkbildung oder des Umgangs mit problematischen Situationen. Aber auch hinsichtlich Ihrer Karriereplanung kann das Mentoring hilfreich sein. Ein/e Mentor/in aus der Wissenschaft beispielsweise kann Ihnen wertvolle Kontakte vermitteln und Einsicht in die ungeschriebenen Spielregeln des Wissenschaftsbetriebs geben.

Wie?

Um die richtige Wahl bei der Suche nach einem/r Mentor/in treffen zu können, haben Sie dafür in der Regel bis zu sechs Monate nach Eintragung in die Promotionsliste Zeit. Während dieser Zeit sollten Sie überlegen, worin Sie neben der inhaltlichen Betreuung Unterstützung benötigen, und welche Person hier am besten geeignet wäre.

Ideen und Hinweise geben Ihnen die Graduiertenzentren oder andere Promovierende am Lehrstuhl. Sprechen Sie aber auch mit Ihrem/r Betreuer/in. Scheuen Sie sich nicht, Personen anzufragen, die Sie möglicherweise von Konferenzen, anderen Forschungsprojekten etc. kennen.

Bitte beachten Sie:

Einige Graduiertenzentren setzen für die Eintragung in die Promotionliste voraus, dass Sie bereits bei Einreichung Ihres Antrags eine/n Mentor/in angeben. Bitte kontaktieren Sie Ihr Graduiertenzentrum für weitere Informationen.

Erfahrungsberichte

Wie kamen Sie zu Ihrem Mentor?
Meine Mentorin war die Betreuerin meiner Master-Arbeit.
Wurde der Mentor auch aktiv beansprucht?
Sehr oft. Zu manchen Zeiten sogar öfter als die Erstbetreuerin der Doktorarbeit.
Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Mentor?
Erstens war sie fachlich sehr hilfreich, da die Mentorin aus einem anderen Fachgebiet kommt als die Erstbetreuerin. Zweitens kümmert sie sich auch um das un-fachliche, die persönliche Weiterentwicklung und gibt Perspektive. Zwar ist man meistens sehr in die Arbeit vertieft, aber das Ende kommt oft schneller als gedacht. Die Mentorin hilft den Überblick zu wahren, gibt Ratschläge für das Leben danach, Tipps und Ideen, was es noch an Möglichkeiten gibt und hilft einem somit bereits während der Doktorarbeit an langfristige Ziele zu denken.
Michael Matiu, IGSSE
„Es war von Anfang der Promotion an klar, wer meine Mentorin wird. Dies war auch bedingt durch die besondere Lage unseres Instituts, wo ich eigentlich die komplette Zeit meiner Promotion verbringe. Mein Betreuer, der unser Stationsleiter ist, ist einen großen Teil der Zeit nicht vor Ort. Durch den großen räumlichen Abstand ist täglicher persönlicher Kontakt nicht möglich. Meine Mentorin jedoch ist Gruppenleiterin und auch IGSSE PTL. Daher kennt sie sich auch mit meinem Promotionsprojekt gut aus. Die Mentorin wurde fast täglich sehr aktiv beansprucht, bei theoretischen und praktischen wissenschaftlichen Problemen, sowie Projektplanung usw. Ich arbeite mit meiner Mentorin eng zusammen und bin mit diesem Arrangement sehr zufrieden."
Pia Scherer, IGSSE

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